Cavaliere PS31 Bedienungsanleitung Seite 240

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240 Archivum Lithuanicum 2
Obwohl die Richtlinie sicherlich vertretbar ist, wird man trotzdem bedauern, daß
man nach den Namen von einigen Forschern vergeblich sucht, die sich unzweifel-
haft um die Baltistik verdient gemacht haben, aber keine eigene Monographie in
diesem Bereich verfaßt haben. Unter den deutschen Forschern hätte ich gerne Ein-
träge über Wilhelm Schulze und dessen Schüler Wilhelm Wissmann gefunden,
insbesondere da Schulzes Lehrer Johannes Schmidt ausführlich behandelt wird.
Von den lebenden Forschern hätten Klaus Strunk, Oswald Panagl und Bernfried
Schlerath einen Eintrag verdient. Unter den Amerikanern wurde Eric P. Hamp
aufgenommen, aber auch Warren Cowgill hat in seinen Forschungen den Bereich
der Baltistik stark einbezogen. Oswald Szemerényi scheint in der ganzen Enzyklo-
pädie nicht erwähnt zu werden, obwohl gerade seine Arbeiten zur vergleichenden
Grammatik der indogermanischen Sprachen dem baltischen (und slavischen) Ma-
terial große Aufmerksamkeit zukommen ließen. Etwa im Artikel über das Indoger-
manische hätte gut Szemerényis Einführung in die vergleichende Sprachwissen-
schaft Aufnahme finden können. Ebenso wäre im Artikel lyginamoji kalbotyra ein
Hinweis auf Szemerényis Einführung, besonders auf die englische Übersetzung,
angebracht gewesen.
1
Die Bezeichnung sanskritologas (Sanskritist) kann übrigens
kaum sinnvoll auf Sir William Jones (S. 380) angewandt werden, da er der erste war,
durch den die Kunde vom Sanskrit überhaupt nach Europa kam.
Wenn man bedenkt, welche enorme Bedeutung den baltischen Sprachen und
insbesondere dem Litauischen im Bereich der Indogermanistik zukommt, hätte
man vielleicht gerade in den Einträgen indoeuropieèiø kalbos und indoeuropie-
èiø prokalbë weitere Details erwarten dürfen. Die Angaben sind jedoch eher
knapp und weisen auch (geringfügige) Unstimmigkeiten auf. Auf S. 256 leuchtet
etwa die Form *p
(h)
enk
(h)
°e als Ausgangspunkt für lit. penkì nicht recht ein; die
Vorform für das Zahlwort für 5 wird herkömmlich als idg. *penk
w
e rekonstruiert.
Zitate aus dem Griechischen werden in lateinischer Umschrift gegeben, was
durchaus vertretbar ist; allerdings behält die Form hyys Sohn auf S. 70 das
griechische jota bei und ist in dieser Hinsicht inkonsequent. Beim Vergleichs-
material für lit. gyvas auf S. 70 muß es got. qius (nicht quis) heißen. Derartige
Details können aber leicht korrigiert werden.
Da alle Artikel zu den linguistischen Bereichen des Litauischen von erstklassi-
gen Spezialisten auf dem jeweiligen Gebiet geschrieben wurden, ergibt sich hier
kaum die Möglichkeit zu kritischen Bemerkungen. Natürlich könnte man einwen-
den, daß die Ausführungen in vielen Fällen recht knapp sind, aber dies ist der Sinn
1Oswald Szemerényi, Einführung in die verglei-
chende Sprachwissenschaft, Darmstadt: Wis-
senschaftliche Buchgesellschaft,
4
1990. Eine
englische Fassung (mit Zusätzen) erschien
unter dem Titel Introduction to Indo-European
Linguistics, Oxford: Clarendon Press, 1996.
Eben wurde veröffentlicht Michael Meier-
Brügger, Indogermanische Sprachwissenschaft 7
(völlig neubearbeitete Auflage unter Mitar-
beit von Matthias Fritz und Manfred Mayr-
hofer), Berlin: Walter de Gruyter, 2000. Das
Buch reflektiert vorzüglich den derzeitigen
Forschungsstand und bietet überaus reich-
haltige Literaturangaben.
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